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Eine Hof-Tradition, bewahrt

Khon – königliche Geschichte und ihre UNESCO-Listung 2018

Khon entstand vor Jahrhunderten als Tradition des thailändischen Königshofes und wurde 2018 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen – hier ist diese Geschichte, kurz erzählt.

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Eine Tradition, die am königlichen Hof geboren wurde

Khon entwickelte sich im thailändischen Königshof, seine Wurzeln reichen weithin bis in die Ayutthaya-Periode zurück, und es vereint Elemente des klassischen Tanzes, des Maskenspiels, des epischen Vortrags und der stilisierten Kampfbewegung zu einer einzigen Kunstform. Einen Großteil seiner Geschichte war es keine öffentliche Unterhaltung im heutigen Sinne von Theater – es war Hofkunst, aufgeführt für und oft von Mitgliedern des Adels, eng verbunden mit königlicher Zeremonie und Mäzenatentum, nicht kommerziell für ein zahlendes Publikum inszeniert. Dieser Ursprung am Königshof ist ein Grund, warum Khon in der thailändischen Kultur ein anderes Gewicht trägt als etwa eine Volkstanz-Tradition – es ist historisch mit der höchsten künstlerischen Förderung des Landes verbunden.

Rama I. und der maßgebliche Ramakien-Text

König Rama I., der Begründer der heutigen Chakri-Dynastie, wird weithin dafür gewürdigt, in der frühen Bangkok-Ära eine umfassende schriftliche Fassung des Ramakien zusammengestellt zu haben – er bündelte und kodifizierte die Erzählung in einer Form, die späteren Khon-Aufführungen eine stabile literarische Quelle bot, auf die man immer wieder zurückgreifen konnte. Ohne diesen maßgeblichen Text hätten die einzelnen Episoden, die heute in Khon-Aufführungen inszeniert werden, keinen gemeinsamen Bezugspunkt – genau das ist der Grund, warum eine Dämonenkönig-Schlachtszene, die dieses Jahr aufgeführt wird, und eine, die vor Jahrzehnten inszeniert wurde, beide glaubwürdig für sich beanspruchen können, „den Ramakien“ zu erzählen, obwohl sie verschiedene Kapitel desselben zugrunde liegenden Epos dramatisieren.

Die königliche Schirmherrschaft währte über Generationen hinweg.

Auch nach der Ära von Rama I. behielten die späteren Chakri-Könige einen direkten Einfluss auf die klassischen darstellenden Künste Thailands – die königliche Förderung, Anpassung und Weiterentwicklung von Khon und verwandten Hofkünsten zog sich durch alle folgenden Regierungszeiten. Dieses beständige Muster königlicher Patronage ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Khon als lebendige Aufführungstradition überlebte, statt wie manche Hofkünste andernorts nur noch in Geschichtsbüchern zu existieren – es erhielt über Generationen hinweg institutionelle Unterstützung, ausgebildete Darsteller und öffentliche Sichtbarkeit, selbst als sich Thailand im 19. und 20. Jahrhundert rasant modernisierte.

Vom Hofstaat zur öffentlichen Bühne

Der Khon-Tanz war lange Zeit dem königlichen und adligen Publikum vorbehalten, und seine Öffnung für ein breiteres Publikum ist eine vergleichsweise junge Entwicklung, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts vollzog, als eigene Spielstätten und öffentliche Aufführungen die Kunstform über den Hof hinaus zugänglich machten. Das Sala Chalermkrung Royal Theatre, das 1933 eröffnet wurde und später zur festen Heimat des klassischen Khon wurde, ist Teil dieser Geschichte – ein eigens errichteter Veranstaltungsort, der auch Zuschauern ohne königliche Verbindung eine vollständige klassische Inszenierung ermöglichte. Dieser Wandel von exklusiver Hofkunst zu buchbarer öffentlicher Darbietung ist ein wesentlicher Grund, warum Sie Khon heute überhaupt in einen halbtägigen Bangkok-Aufenthalt einplanen können.

UNESCO-Anerkennung im Jahr 2018

2018 wurde Khon offiziell in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen – eine internationale Anerkennung der kulturellen Bedeutung dieser Tradition und ein Zeichen dafür, wie hoch ihr Wert eingeschätzt wird, lebendig aufgeführt und gelehrt zu werden, nicht nur dokumentiert zu sein. Der Status als Immaterielles Kulturerbe ist kein Erhaltungsgebot im Sinne des Schutzes eines Gebäudes; er ist vielmehr eine formelle Anerkennung, dass eine lebendige Praxis wie Khon – getragen von ausgebildeten Darstellern, Musikern, Erzählern und Maskenbildnern und nicht allein von Artefakten – aktiven Schutz verdient. Für Besucher ist er ein hilfreicher Hinweis darauf, warum Khon als ernsthafte klassische Kunstform behandelt wird und nicht als bloße Kulturshow.

Eine jahrhundertealte Kunstform bis heute lebendig halten

Die Bewahrung des Khon hängt auch heute noch von denselben Faktoren ab, die ihn historisch am Leben gehalten haben: institutionelle und königshofnahe Förderung, engagierte Ausbildung für Darsteller, Musiker und Maskenschnitzer sowie Spielstätten, die bereit sind, vollständige Produktionen dauerhaft aufzuführen – nicht nur als einmalige Events. Die Sala Chalermkrung als regelmäßig bespieltes Zuhause des Khon ist Teil dieser Kontinuität: Sie gibt der Kunstform eine feste Bühne, statt sich allein auf besondere Anlässe oder Staatszeremonien zu verlassen. Ein Ticket für eine Aufführung dort zu buchen, ist auf kleine Weise Teil dessen, was eine jahrhundertealte höfische Tradition lebendig vor Publikum erhält – statt nur in Museen und Wandmalereien fortzubestehen.

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